Das Brenners Park-Hotel und Spa ist ein Grandhotel in Baden-Baden und gehört zur Unternehmensgruppe Oetker Collection.[1] Seine Geschichte reicht über das Hotel Stephanienbad bis um 1820 zurück. Es liegt direkt an der Lichtentaler Allee und verfügt über einen ausgedehnten Spa- und Wellnessbereich. Geschäftsführer und General Manager ist seit 2025 Stephan Bösch.[2]
Angebote
Zimmer und Suiten
Von Oktober 2023 an wurde das Haupthaus umgebaut, nach Darstellung des Hauses in der umfassendsten Modernisierung seiner Geschichte. Während der Bauzeit lief der Betrieb im Nebengebäude Villa Stéphanie mit 23 Zimmern weiter, im Haupthaus entstanden 79 neu gestaltete Zimmer und Suiten.[3] Anfang Oktober 2025 öffnete es wieder. Die Gestaltung verantwortete die Innenarchitektin Bergit Gräfin Douglas, kreative Leiterin von MM-Design und Tochter Rudolf-August Oetkers. Sie legte 27 Zimmer- und Suitenkonzepte an, die den Beaux-Arts-Stil des 19. Jahrhunderts mit englischer Innenausstattung verbinden. Ein ausgebautes fünftes Obergeschoss nahm Familienzimmer und -suiten mit Verbindungstüren auf.[4]
Das Angebot reicht vom 23 Quadratmeter großen Einzelzimmer bis zur Parkvilla, die auf 600 Quadratmetern bis zu 20 Gäste aufnimmt. Dazwischen liegen Zimmer von 30 bis 50 Quadratmetern und Suiten von 55 bis 150 Quadratmetern, die größten davon mit zwei Schlafzimmern.[5]
Im jährlichen Ranking der Allgemeinen Hotel- und Gaststätten-Zeitung führte das Brenners 2015 mit einem durchschnittlichen Zimmerpreis von 411 Euro die Liste der teuersten Hotels Deutschlands an.[6] Auch später blieb das Haus in solchen Aufstellungen vertreten. Eine Übersicht der teuersten Hotelunterkünfte Deutschlands führte 2025 fünf Adressen auf, darunter zwei im Brenners: die 100 Quadratmeter große Penthouse Suite mit Dachterrasse zum Privatpark für 6.500 Euro pro Nacht und die komplette Parkvilla für rund 25.000 Euro. Damit lag die Parkvilla noch über der Royal Suite im Berliner Hotel Adlon Kempinski, dem teuersten Einzelzimmer der Liste.[7]
Restaurants und Bars
Das Fritz & Felix öffnet nur abends und stellt einen Holzkohlegrill in den Mittelpunkt der offenen Küche. Es trat 2018 an die Stelle des Brenners Park-Restaurants. Das Restaurant Wintergarten liegt zum Privatpark hin und serviert mittags und abends regionale Küche, im Sommer kommt die Minerva Terrasse mit Blick auf die Lichtentaler Allee dazu.[8]
Dazu kommen die Fritz & Felix Bar, die Oleander Bar, das Le Salon in der Villa Stéphanie und die Kaminhalle. Namensgeber der Oleander Bar ist der Vollbluthengst Oleander aus dem Gestüt Schlenderhan. Nachmittags wird im Wintergarten und in der Kaminhalle der Brenners Afternoon Tea serviert.[8]
Spa und Medical Care
Der Wellnessbereich firmiert als Brenners Spa & Wellbeing. Zu ihm gehören ein Pool, der sich an warmen Tagen zum privaten Park hin öffnet, eine finnische Sauna, eine Biosauna, ein Dampfbad, ein Kaltwasserbecken und ein Ruheraum. Einige Behandlungsräume haben eine eigene Terrasse zum Park. Der Pool ist täglich von 7 bis 22 Uhr zugänglich, Sauna und Ruhebereich von 9 bis 22 Uhr.[9]
Über den Hotelbetrieb hinaus unterhält das Haus eine Gesundheitsklinik mit stationären Vorsorgeprogrammen und Spezialbehandlungen. Das Angebot umfasst Check-up- und Longevity-Programme, Detox- und Gewichtsprogramme, integrative Naturheilkunde mit traditioneller chinesischer Medizin und Akupunktur, ästhetische Medizin, ästhetische Zahnheilkunde sowie Physiotherapie. Leitender Arzt der Klinik ist Harry König.[10]
Wer nicht im Hotel wohnt, kann Pool, Fitness und Sauna über eine Jahresmitgliedschaft im Ausava Club nutzen. Sie kostet 3.500 Euro für den Zutritt von Montag bis Donnerstag und 6.000 Euro für die Nutzung an allen Tagen.[11]
Geschichte
Die Geschichte des Brenners Park-Hotel begann mit der Gründung des Hotels Stephanienbad um 1820[12]. In der Mitte des 19. Jahrhunderts war es unter dem französischen Namen Hôtel Stéphanie-les-Bains bekannt. In den Jahren 1855-1860 wurde es nach Plänen von Heinrich Lang zu einem Luxushotel umgebaut. Am 21. Oktober 1872 kurz nach dem Deutsch-Französischen Krieg ersteigerte der Hofkleidermacher Anton Alois Brenner aus Pforzheim das in finanzielle Schwierigkeit geratene Hotel für 171.200 Gulden.[12] Es war für seine Tochter und deren Ehemann bestimmt. Als der Ehemann kurz darauf starb, übernahm Anton Brenner selbst den Hotelbetrieb. In den 1880er Jahren überschrieb er das Hotel an seinen Sohn Camille, der es gemeinsam mit seiner Frau Augusta weiter ausbaute.
Der Vorläufer des heutigen Brenners Hauptgebäude entstand 1887/88 aus der Villa Helldorf und wurde Hotel Minerva genannt. Im Jahr 1912 konnte es von Camille Brenner erworben werden und wurde daraufhin in ein großes Hotelsanatorium mit modernster therapeutischer Ausstattung umgewandelt. Von da an wurde es “Neuer Kurhof” genannt. Im Zuge der Baumaßnahmen wurde eine Villa südlich des Gebäudes abgerissen und auf der Nordseite neben dem Schwimmbad als Villa Brenner mit den gleichen Steinen wieder aufgebaut.[13] Die Um- und Erweiterungsbaumaßnahmen wurden nach Plänen von Scherzinger und Härke ausgeführt.[14] Nachdem Camille Brenner 1914 gestorben war, übernahmen seine Söhne Kurt und Alfred die Führung des Hotelbetriebs. 1924 konnten sie den Hotelkomplex durch den Kauf der Villa Knorring (heute Parkvilla, der nördliche Flügel des heutigen Haupthauses) komplettieren.
Im Jahr 1941 wurde die Familie Oetker Mehrheitsaktionär des Brenners Park-Hotels. In den Kriegsjahren diente das Brenners als Gefängnis für die Familien amerikanischer Diplomaten. Diese sogenannte “Austauschgruppe USA” wurde ein Jahr lang in Baden-Baden festgehalten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte das Hotel ab 1950 den Betrieb wieder aufnehmen. Doch es befand sich in einem desolaten Zustand. 1963 wurde das Hotel Stephanie bis auf den nördlichen Alleeflügel (später Haus des Kurgasts, heute Sitz von Karlheinz Kögels Firmen und des Restaurants Medici) abgerissen. Auf dem frei gewordenen Gelände wurde das Kongresshaus errichtet.
Seitdem haben wieder zahlreiche große Ereignisse im Brenners stattgefunden. Am 15. Februar 1962 trafen sich Charles de Gaulle und Konrad Adenauer im Brenners zu Vorgesprächen zum deutsch-französischen Freundschaftsvertrag. Während des Nato Gipfels 2009 wurde das Brenners von der Bundesregierung angemietet.[15] Auch Barack Obama besuchte das Brenners.
Leitung
Von Oktober 2000 bis Januar 2020 führte Frank Marrenbach das Haus als geschäftsführender Direktor. Von 2008 an war er zugleich CEO der Oetker Collection mit Sitz in Baden-Baden, auf deren Leitung er sich nach der Übergabe konzentrierte.[16]
Auf Marrenbach folgte im Januar 2020 Henning Matthiesen, zuvor General Manager des Excelsior Hotels Ernst in Köln.[16] Er verließ das Haus 2025 nach fünfeinhalb Jahren auf eigenen Wunsch. Seither führt Stephan Bösch das Hotel als Geschäftsführer und General Manager. Er war bereits von 2005 bis 2015 im Brenners tätig, zuletzt als Hotelmanager, und kam vom Londoner The Lanesborough und der Oetker Hotel Management Company zurück.[2]
Bildergalerie
Quellen
- Ulrich Coenen Von Aquae bis Baden-Baden - die Baugeschichte der Stadt und ihr Beitrag zur Entwicklung der Kurarchitektur Aachen, Mainz 2008, ISBN 3-8107-0023-1 S. 507 f.
- Helmuth Bischoff Baden-Baden: Die romantische Bäderstadt im Tal der Oos. Kurbetrieb zwischen Casino, Park und Kloster. DuMont, Köln 1996, ISBN 3-7701-3086-3 S. 139 f.
- Landesdenkmalamt Baden-Württemberg Ortskern Atlas Baden-Württemberg Stadt Baden-Baden (1993) ISBN 3-89021-564-5, S. 51 f.
- Geschichte Brenners Park-Hotel auf der offiziellen Hotel Website
Einzelnachweise
- ↑ Brenners Park-Hotel & Spa, Oetker Hotels, abgerufen am 30. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑2.1↑2.2 Führungswechsel in Brenners Park-Hotel - Stephan Bösch folgt auf Henning Matthiesen, Tageskarte, 21. Mai 2025, abgerufen am 30. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑ Brenners Park-Hotel: Umbau geht in die finale Phase, Tophotel, 29. Januar 2025, abgerufen am 30. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑ Brenners Park-Hotel zeigt sich im neuen Gewand, Tophotel, 8. Oktober 2025, abgerufen am 30. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑ Luxusunterkünfte in Baden-Baden, Brenners Park-Hotel & Spa, abgerufen am 30. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑ Schlafen im Luxus: Die teuersten Hotels in Deutschland, Focus Online, 25. September 2015, abgerufen am 30. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑ Josef Brutscher: Eines der teuersten Hotels Deutschlands liegt in Baden-Württemberg, all-in.de, 9. Mai 2025, abgerufen am 31. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑8.1↑8.2 Restaurants & Bars, Brenners Park-Hotel & Spa, abgerufen am 30. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑ Spa & Sauna, Brenners Park-Hotel & Spa, abgerufen am 30. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑ Medical Care, Brenners Park-Hotel & Spa, abgerufen am 30. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑ Ausava Club, Brenners Park-Hotel & Spa, abgerufen am 30. Juli 2026 (Archiviert)
- ↑12.1↑12.2 Coenen, siehe oben, S.506
- ↑ Bischoff, siehe oben, S.139
- ↑ Ortskernatlas, siehe oben, S.52
- ↑ Interview mit Frank Marrenbach in Leute vom Mittwoch, 1.4.2009, SWR1 Baden-Württemberg (online)
- ↑16.1↑16.2 Brenners Park-Hotel & Spa: Henning Matthiesen übernimmt von Frank Marrenbach, Tageskarte, 10. Januar 2020, abgerufen am 30. Juli 2026 (Archiviert)

