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Palais Biron

Aus Stadtwiki Baden-Baden

Das Palais Biron (ehemals Villa Merck bzw. Villa Eden) in der Lichtentaler Straße 92 ist ein großzügiges 19.700 m² großes Anwesen an der Lichtentaler Allee auf der Höhe des Dahliengartens mit privatem Park. Heute dient das Palais der Industrie- und Handelskammer Baden-Baden als Geschäftstelle und kann für Tagungen angemietet werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf der Suche nach einer standesgemäßen Residenz wurde das Patrizierpaar Ernst und Johanna Merck im Gut Falkensteg fündig. Im Jahr 1858 erwarb das Paar das Gut im Gewann Falkenhalde an der Gemarkungsgrenze zur Gemeinde Beuern. Das alte Bauernhaus und die zugehörigen freistehenden Schweineställe ließen die Mercks abreißen und beauftragten den Architekten Auguste de Meuron mit dem Bau einer 2-stöckigen Villa. Neben der Villa entstanden außerdem ein Ökonomie- und Dienerschaftsgebäude und ein Portierhaus. In den beiden darauf folgenden Jahren kamen weiterhin eine Stallung mit Remise, ein Treibhaus und ein Hühnerhaus dazu. Im Jahr 1862 wurde das Gut durch Grundstückszukäufe in Richtung Lydtin- und Falkenstraße erweitert.

Der gesellschaftliche Anspruch der Bauherren Merck zeigt sich in der Wahl des Bauplatzes auf einer kleinen Anhöhe direkt an der Oos und dem großen, zum Anwesen gehörenden Park. In den Sommermonaten wohnten bis zu drei Zweige der Familie in der Villa. Sie gehörten zur Badegesellschaft und hielten sich im Kurhaus und dessen Umgebung auf.

In den 1860er Jahren wurden viele Bauarbeiten durchgeführt. Im Jahr 1865 wurde das Nebengebäude ausgebaut und die zuvor errichteten Stallungen durch ein neues Stall- und Remisengebäude mit Kutscherwohnung ersetzt. 1867 gestaltete der Hamburger Gartenarchitekt Jürgens den Park um. Im Zuge dieser Arbeiten wurde der Falkenbach verlegt und ein kleiner See angelegt.

1874 kam die österreichische Kaiserin Sissi mit ihrer Tochter zu Besuch nach Baden-Baden und war Tagesgast in der Villa.

1874 und 1875 entstanden weitere Remisen und Pferdeställe, kalte und warme Treibhäuser und ein Heuboden. Im Jahr 1880 kam noch ein Kuhstall dazu. Zu dieser Zeit verfügte das Gut über 19 Gebäude.

Nach dem Tod von Ernst Baron von Merck bewohnten dessen Witwe und ihr Schwager Johann von Merck die Villa. In den Sommermonaten der Jahre 1889 bis 1891 residierte auch Prizessin Elisabeth von Baden in der Villa Merck und ließ hier auch Konzerte ausrichten. Vier Jahre später muss die Baronin von Merck so viele Schulden gehabt haben, dass es zur Zwangsversteigerung der Villa kam. Für 275.000 Mark ging sie in den Besitz des Schwagers Baron Karl Heinrich von Merck aus Hamburg über. Dieser war vermutlich der Hauptgläubiger der Baronin.

Der neue Eigentümer vermietete das Gebäude an Werner von Siemens, den Neffen des berühmten Unternehmers und Sohn von Karl von Siemens. Zusammen mit seiner Frau lebte er in der Villa Merck von 1895 bis 1898.

1912 verkaufte Merck das Anwesen an den Fabrikanten Gustav Adolf Redwitz. Dieser ließ die Gebäude von den Architekten Scherzinger und Härke umbauen. Das Nebengebäude un d Portierhaus erhielten bei diesen Umbaumaßnahmen ihre heutige Gestalt mit Jugendstilmerkmalen. Im Park legte man eine Pergola an. Aus der Villa Merck wurde die Villa Eden. 1913 entstand die prachtvolle Haupteinfahrt und die Einfriedung. Nur wenig später verunglückte Redwitz bei einem Autounfall. Seine vier Schwestern erbten das Anwesen 1914.

1920 verkaufte die Erbengemeinschaft Redwitz das Anwesen an Prinzessin Francoise und ihren Gatten Prinz Gustav Calix Biron von Curland, die 1923 in Baden-Baden ihren Alterssitz einrichteten.

1941 kaufte die Stadt das Anwesen. Im zweiten Weltkrieg diente es als Reservelazarett und wurde anschließend von den alliierten Truppen beschlagnahmt. 1955 wurde es der Stadtverwaltung zurückgegeben. Die Industrie- und Handelskammer richtete ihre Geschäftstelle in dem Palais ein und erwarb es schließlich. Heute dient es der IHK als Geschäftstelle und kann für Tagungen angemietet werden.

Quellen[Bearbeiten]

Vortrag Burgen, Schlösser und Paläste - zur Wohnkultur des Großbürgertums im 19. Jahrhundert von Michaela Markert am 19.09.2012 beim Stammtisch des Vereins Stadtbild Baden-Baden e.V.



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Adresse

Lichtentaler Straße 92
76530 Baden-Baden

Kontakt

E-Mail: info@palais-biron.de
Web: http://www.palais-biron.de/

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