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Leopoldsplatz

Aus Stadtwiki Baden-Baden

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Der Leopoldsplatz (Abk. Leo) in der Baden-Badener Innenstadt ist benannt nach Großherzog Leopold von Baden (1790-1852). Historisch ist er die Verbindung von Kurviertel, Altstadt und Bäderviertel. Bis zur Fertigstellung des Michaelstunnels 1989 war der Platz ein großer Knotenpunkt für den Autoverkehr. Seit der Eröffnung des Tunnels ist er für den Durchgangsverkehr gesperrt und wird nur noch vom ÖPNV in Baden-Baden als Fahrweg genutzt.

Platz und Umgebung[Bearbeiten]

Das heutige Erscheinungsbild ist geprägt von den umgebenden Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert, dem Brunnen an der Südwestseite, der großen Treppenanlage vor dem ehemaligen Postgebäude und der Ausgestaltung mit Naturstein aus den 1990er Jahren.

Vom Leopoldsplatz gehen fünf Straßen sternförmig ab.

Bemerkenswerte Gebäude[Bearbeiten]

Am südwestlichen Ende des Leopoldplatzes liegt die klassizistische Villa Palais Hamilton, die 1808 von Friedrich Weinbrenner errichtet wurde. Sie ist die älteste Villa Baden-Badens. Ihre großzügige Ausgestaltung setzte städtebauliche Maßstäbe und führte zu einem Umdenken der Bauherren, die bis dahin Bauplätze innerhalb der Stadtmauern bevorzugt hatten.[1]

Ebenfalls bedeutsam für den Platz ist das viergeschossige Eckhaus Haus Victoria, das 1851 bis 1853 von Heinrich Lang als Hotel errichtet wurde. Aufgrund des zunehmenden Verkehrs wurde es 1912 in ein Wohn- und Geschäftshaus umgewandelt.[2]

Verkehrssituation[Bearbeiten]

Seit den 1990er ist der Leopoldsplatz für den Durchgangsverkehr gesperrt. Lediglich Busse der ÖPNV, Lieferanten und Notdienste dürfen über den Platz fahren. Anlieferungen von Waren sind zwischen 7 und 11 Uhr oder mit Sondergenehmigung erlaubt. Lange Zeit war das Verbot lediglich durch Verkehrsschilder geregelt und nicht alle Autofahrer hielten sich daran. Daher sah sich die Stadtverwaltung gezwungen Poller zu installieren. Diese Poller werden automatisch im Boden versenkt, wenn sich ein Linienbus nähert. Die Anlage erkennt das mit Hilfe von Induktionsschleifen im Boden. Zusätzlich kann die Anlage auch ferngesteuert werden. Auch Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte können die Anlage fernsteuern. Die erste Polleranlage wurden in der Luisenstraße und in der nördlichen Sophienstraße[3] am 20. Juli 2011 installiert und kostete 140.000 Euro.[4] Seit der Installation konnte der illegale Verkehr auf dem Leopoldsplatz deutlich reduziert werden[5], dennoch gibt es immer noch Schlupflöcher und weitere Poller auf der Höhe des Kiosks könnten folgen. In der Lichtentaler Straße sind keine Poller geplant, da anscheinend zu viele Kabel im Boden liegen, die eine Installation der Poller übermäßig erschweren würden.[6]

Restaurants[Bearbeiten]

Das zentrale Restaurant auf dem Leopoldsplatz ist das Restaurant Amadeus. Bei schönem Wetter sitzen die Gäste an Tischen bei der großzügigen Treppenanlage an der Ostseite des Platzes und am Beginn der Baumallee der Sophienstraße. Auch in der benachbarten Bäckerei Peter's am Leo mit Café werden Sitzplätze drinnen und draußen angeboten. Am Beginn der Luisenstraße liegt das italienische Restaurant Garibaldi.

Amadeus

Sophienstraße 12
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Das Restaurant Amadeus ist zentral am Leopoldsplatz gelegen und bietet hausgebraute Biere an. Mehr: Amadeus

Eiscafé Capri

Sophienstraße 1b
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Das Eiscafé Capri befindet sich an der Fieser-Brücke. Mehr: Eiscafé Capri

Le Bistro

Sophienstraße 4
Das Restaurant Le Bistro bietet badische und mediterrane Küche. Mehr: Le Bistro

Leo's

Luisenstraße 8-10
Das Leo's ist Restaurant, Café und Weinbar und bietet außerdem einen Catering Service an. Mehr: Leo's
 

Geschäfte[Bearbeiten]

Am Leopoldsplatz finden sich die Filialen der Sparkasse Baden-Baden Gaggenau, der Baden-Württembergischen Landesbank und der Volksbank Baden-Baden Rastatt. Weitere Einzelhandelsgeschäfte, die sich im Umkreis von 50 Metern um den Platz befinden, sind in folgender Übersicht dargestellt:

Bär & Mehr

Luisenstraße 1
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Im Geschäft Bär & Mehr Kinderträume finden sich Spielzeug und Kinderwaren. Es werden auch Kinderwagen verliehen. Mehr: Bär & Mehr

Caroline

Luisenstraße 2
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Im Modegeschäft Caroline findet sich schwerpunktmäßig Damenwäsche. Mehr: Caroline

Common

Sophienstraße 3
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Das Juweliergeschäft Common befindet sich am Eingang der Gernsbacher Straße. Mehr: Common

Fischer

Sophienstraße 10-12
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Das Geschäft Fischer verkauft Brillen, Uhren und Schmuck. Mehr: Fischer

Gero Mure

Lichtentaler Str. 2
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Bei Gero Mure findet sich hochwertige Schuhmode des Heidelberger Schuhsalons Leone. Mehr: Gero Mure

Hawico Cashmere

Luisenstraße 1A
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Das schottische Unternehmen Hawico bietet Kaschmirbekleidung an. Mehr: Hawico Cashmere

Hermès Paris

Sophienstraße 3
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Bei Hermès Paris findet sich hochwertige Pariser Mode. Mehr: Hermès Paris

Highscore

Luisenstraße 1a
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Das Geschäft Highscore ist ein Shop für Hip Hop Mode und Streetware. Mehr: Highscore

Juwelier Grace

Luisenstraße 1a
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Das Juweliergeschäft Grace werden unter anderem Uhren und die Veredelung von Uhren angeboten. Mehr: Juwelier Grace

Kiosk am Leo

Sophienstraße 12a
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Im Kiosk am Leo gibt es Zeitungen, Zeitschriften, Tabakwaren und Lotto. Mehr: Kiosk am Leo

Koko von Knebel

Luisenstraße 1
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Im Geschäft Koko von Knebel werden Produkte für Hunde und Hundehalter verkauft. Mehr: Koko von Knebel

Leguano

Sophienstraße 10-12
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Das Schuhgeschäft Leguano ist ein Spezialschuhgeschäft für sogenannte Barfußschuhe. Mehr: Leguano

No. 8

Sophienstraße 8
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Im Geschäft No. 8, benannt nach der Adresse Sophienstraße 8, finden sich Taschen und weitere Lederwaren. Mehr: No. 8

Optic Ryser

Sophienstraße 8
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Optic Ryser ist ein Augenoptikfachgeschäft am Leopoldsplatz. Mehr: Optic Ryser

Stefanel

Luisenstraße 2
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Das Modegeschäft Stefanel ist für italienische Strickware bekannt. Mehr: Stefanel

Strenesse

Luisenstraße 2
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In der Baden-Badener Filiale Strenesse finden sich die Kollektionen Strenesse Women und Strenesse Accessoires. Mehr: Strenesse

SØR

Sophienstraße 3 + 3a
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In den zwei nebeneinander liegenden Geschäften von SØR wird Damen- und Herremode angeboten. Mehr: SØR

Tandem Transit

Sophienstraße 6
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Bei Tandem Transit findet sich Damen- und Herrenmode. Mehr: Tandem Transit

Tourbillon

Sophienstraße 3A
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Im Geschäft Tourbillon werden Uhren aus dem Luxussegment der Swatchgruppe angeboten. Mehr: Tourbillon

Van Laack

Sophienstraße 3
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Bei Van Laack am Leopoldpatz findet sich Damen- und Herrenmode. Mehr: Van Laack

Vodafone Shop

Luisenstraße 1
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Im Vodafoneshop finden sich Mobiltelefone, Tablets, sowie passende Tarife und DSL Anschlüsse. Mehr: Vodafone Shop

Wolford

Sophienstraße 8
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Im Geschäft Wolford wird Damenmode mit Schwerpunkt Strumpfhosen, Bodys und Wäsche angeboten. Mehr: Wolford

Wäscheboulevard

Sophienstraße 1
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Das Wäscheboulevard ist ein Wäschefachgeschäft im Palais Hamilton. Mehr: Wäscheboulevard

Zewi

Sophienstraße 3
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Bei Zewi Luxury werden Uhren und Schmuck verkauft. Mehr: Zewi

Weitere Einkaufsstraßen gehen vom Leopoldsplatz sternförmig ab. Zu nennen sind die Lichtentaler Straße, Sophienstraße, Gernsbacher Straße, Lange Straße und Luisenstraße.

Geschichte[Bearbeiten]

Bis ins 19. Jahrhundert befand sich an der Stelle des Leopoldsplatzes die Stadtmauer mit dem Beuerner Tor. 1822 wurde das Tor abgebrochen. Zu Ehren des Landesvaters Großherzog Leopold ließ die Stadt 1861 ein Denkmal errichten. Auf diese Weise erhielt der Leopoldsplatz seinen Namen. Ab 1910 fuhren die Baden-Badener Straßenbahnen über den Platz und erster Autoverkehr kam auf. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Leopoldsdenkmal entfernt und eingeschmolzen. Der Name für den Platz blieb aber erhalten. Nach dem Krieg nahm die Zahl der Autofahrer deutlich zu. Zeitweise regelte ein Verkehrspolizist den Verkehr auf dem Platz. Aber erst der Bau des Michaelstunnels führte zu einer echten Entlastung.

Umgestaltung 1990er und Sanierungsversuche[Bearbeiten]

Die Umgestaltung des Leopoldplatzes begann mit einer öffentlichen Ausschreibung im März 1989. Im Juni 1989 entschied sich das Preisgericht für den Entwurf des Freiburger Architekten Bernd Maier.[7] Die Umsetzung erfolgte in den Jahren 1990 und 1991. Auf seiner Südseite schuf Günther Hermann ein modernen Brunnen mit einer scheinbar schwebenden Steinplatte und weißem Marmor. Der gesamte Platz wurde mit Granitplatten ausgestaltet. Dabei wurde wohl zu viel Aufmerksamkeit auf die künstlerische Ausgestaltung des Platzes und zu wenig Aufmerksamkeit auf die Funktion als Busdrehkreuz gelegt. Die ungebundene Plattenbauweise erwies sich als Fehlentscheidung. Bereits nach wenigen Tagen Busverkehr hatten sich die Platten verschoben und wiesen massive Schäden auf.[8] Außerdem wurde es wohl unterlassen, die vielfältigen Kabel und Schächte unterhalb des Platzes zu ordnen und gut zugänglich zu machen.

Im Jahr 1993 wurde ein Komplettsanierung des Leopoldplatzes notwendig. Unter den Platten wurde eine wasserundurchlässige Asphalttragschicht geschaffen. Aber auch diese Konstruktion hielt den Belastungen durch die Busse nicht stand, so dass im Bereich der Busspuren bereits 1995 erneut saniert werden musste. Auch diese Aktion war letztlich erfolglos. Problematisch war nun auch, dass sich Wasser unter den Platten sammelte, nicht abfließen konnte und im Winter zu Frostsprengungen führte. Die Kräfte, die Infolge von Frost auf die Platten einwirken sind dabei um ein vielfaches größer als die Belastungen durch den Busverkehr.

Die Verfehlungen bei der Umgestaltung führten zu erheblichen Mehrbelastungen des öffentlichen Haushalts. In den Jahren 2004 bis 2009 lagen die jährlichen Unterhaltskosten für den Platz im Bereich zwischen 30.000 Euro und 40.000 Euro.[9]

Ab 2009 wurde ein neues Verfahren getestet, zunächst auf einer 10 m² großen Testfläche. Dabei ersetzte man die wasserundurchlässige Asphalttragschicht durch eine wasserdurchlässige sog. Drainasphaltschicht, um der Gefahr von Frostsprengungen zu begegnen. Außerdem kamen neuartige Mörtel zum Einsatz. Das Verfahren stellte sich als vielversprechend heraus, sodass 2010 im Einfahrtsbereich der Lichtentaler Straße ein 66 m² großer Bereich nach diesem Verfahren saniert wurde. Im Rahmen des Pollerbaus wurde das Verfahren 2011 auch auf eine 116 m² großen Fläche im Zufahrtsbereich von der Sophienstraße auf den Platz angewendet. 2012 folgte eine Sanierung von 126 m² im Bereich der Ausfahrt vom Platz auf die Sophienstraße beim Kiosk.[10] Im Oktober 2012 wurden Haftzugtests durchgeführt mit positiven Ergebnissen. Der Sachstandsbericht Dezember 2012 / Januar 2013 bewertet das neue Verfahren als "durchaus positiv".[11]

Sanierung ab 2016[Bearbeiten]

Siehe Hauptartikel: Sanierung Leopoldsplatz 2016-2018

Ab September 2016 bis voraussichtlich Juni 2018 verwandelt sich der Leopoldsplatz in eine Großbaustelle. In drei Bauphasen werden Leitungen und Kanäle im Untergrund saniert und der Platz mit einer neuen Oberfläche aus Betonplatten versehen. Die Baumaßnahme hat voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf den Busverkehr und den umliegenden Einzelhandel.

Quellen[Bearbeiten]

  • Stadtführer Baden-Baden - Arbeitskreis für Stadtgeschichte der Stadt Baden-Baden e.V., 1994
  • Vorlage 13.023 Betreff: Sanierung des Leopoldsplatzes - Sachstandsbericht Sitzungsdatum: 17.01.2013 (online) (abgerufen 31.10.2014)

Einzelnachweise:

  1. Ulrich Coenen Von Aquae bis Baden-Baden - die Baugeschichte der Stadt und ihr Beitrag zur Entwicklung der Kurarchitektur Aachen, Mainz 2008, ISBN 3-8107-0023-1, S.514 ff
  2. Ulrich Coenen Von Aquae bis Baden-Baden - die Baugeschichte der Stadt und ihr Beitrag zur Entwicklung der Kurarchitektur Aachen, Mainz 2008, ISBN 3-8107-0023-1, S.505
  3. Artikel Mehr Poller: Gespräche finden statt von Patrick Frietsch im Badischen Tagblatt 06.07.2012
  4. Videobeitrag zur Installation der Poller von Baden-Baden.tv 20. Juli 2011
  5. Artikel Leo: Nur die Kehrmaschine stört... von Harald Holzmann im Badischen Tagblatt 14.08.2014
  6. Artikel Keine Poller in Lichtentaler Straße im Badischen Tagblatt 14.08.2014
  7. Artikel Leo-Brunnen erregte einst die Gemüter von Karl Reinbothe im Badischen Tagblatt 16.08.2013
  8. Vorlage 13.023, s.o., S.3
  9. Vorlage 13.023, s.o., S.7
  10. Anlage Lageplan (öffentlich) zur Vorlage 13.023 Sitzungsdatum: 17.01.2013 (online) (abgerufen 31.10.2014)
  11. Vorlage 13.023, s.o., S.5
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